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“ROHMY Ropework Couture”: Greek goddess in a world of Shibari

blog / 23. August 2018

Wer einmal die Entwürfe von “ROHMY Ropework Couture” auf internationalen Laufstegen bewundert hat, kommt um die Assoziation zu griechischen Göttinnen, die in die heutige Zeit transportiert zu sein scheinen, nicht umhin. Myriam Rohrer wendet hierbei ihr Fachwissen aus der Textiltechnologie an und verbindet die fliessenden Gewänder mit der hohen Kunst des “Shibari”.

Bisher ist Myriam eher in den USA, aber auch beispielsweise in Singapur, sehr gefragt und bekannt. Dort hatte sie 2012 mit ihrer Kollektion “Sirens” beim “Elite Model Contest” großen Erfolg. Auch konnte man schon ein Kleid in schillerndem saphirgrün in der britischen Vogue bestaunen.

Aufgewachsen ist die gelernte Damenmaßschneiderin und studierte Modedesignerin in einem 300-Seelen-Dorf bei Karlsruhe. Auch weil sie wohl aus einer Künstlerfamilie stammt, scheint ihr eine kreative Ader in die Wiege gelegt worden zu sein. Mir gefällt Myriams bodenständige Lebenseinstellung: So hat sie vor ihrer Karriere als Modedesignerin unter anderem als Kellnerin bis zur Hennatattookünstlerin gearbeitet, um sich mit Jobs “durchzuschlagen”, wie sie mir erzählt. “Alle sagen, das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht und hat es einfach gemacht,” lautet ihr Lebensmotto.

Myriam, deine Designs sind schon ein “Wow”, muss ich dir gleich mal gestehen. Dein Kleid ist der Hingucker auf unserem diesjährigen Avantgardista-Flyer. Woher kommt deine Inspiration?

Model Anny Anarchy in “dragonfly dress”, Photo by Myriam Rohrer

Myriam: “Dass die üppig drapierten Gewänder den antiken, griechischen oder römischen Statuen einen Einfluss auf meine Entwürfe haben, ist bei einigen Kleidern sicher offensichtlich. Die damit verbundenen Schnüre lassen auch nicht viel offen – zumindest nicht bei Leuten, die sich bereits im mehr oder weniger entfernten Sinne mit Bondage oder Shibari auseinandergesetzt haben.

Mein “Signature Style” wurde von einem Magazin sehr treffend als “Ropework Couture” bezeichnet. Meine Kleider sind also die Fusion von drapierten oder klassisch geschnittenen Kleidern in Verbindung mit geflochtenen Bändern – daran erkennt man meinen Stil sofort. Abgesehen davon entwickle ich natürlich sowohl die Designs, als auch Verarbeitungstechniken immer weiter. Derzeit experimentiere ich mit neuen Materialien. Es wird also neben der bisherigen Kollektion sicher etwas Neues zu sehen geben, besonders in Hinblick auf Texturen.

Ich persönlich lege vor allem auf zwei Dinge Wert: Ich muss es ästhetisch ansprechend finden und es muss funktional, also bequem und komfortabel sein. Für mich kam nie in Frage, das Aussehen über den Tragekomfort zu stellen. Das widerspricht sich jetzt vielleicht im Bezug auf den Bondage- oder Shibari-Aspekt in den Entwürfen. Allerdings steht bei meinen Kleidern stets die Ästhetik, und nicht etwa Fixierung im Vordergrund.”

Für welche Anlässe werden deine Kreationen getragen?

“Die meisten lassen sich ihre Kleider für ihre Hochzeit anfertigen, oder für besondere Events. So hatte ich schon Musikerinnen, die meine Kleider als Bühnenoutfits getragen haben. Auch haben Kundinnen die Kleider auf dem “Roten Teppich” oder dem “Burning Man Festival” ausgeführt. Es kommt natürlich auch auf die jeweilige Kollektion an, weshalb ich von eher schlichteren Kleidern, die man natürlich im Alltag oder im Club tragen kann, bis zu sehr modernen und extravaganten Stücken auch Roben in eher klassischer Silhouette anbiete.”

Das erste Mal bist du mit einer Show auf der Avantgardista dabei. Wir freuen uns darüber!

“Ich freue mich auch sehr darauf. Die Entscheidung fiel mir leicht, da mir das Konzept des Veranstalters ausgesprochen gut gefällt. Bisher bin ich vor allem international erfolgreich. Ich vertreibe hauptsächlich in den USA, Kanada und in verschiedenen europäischen Ländern, aber auch in Asien, Russland und sogar Saudi Arabien. Veranstaltungen wie die Avantgardista sind für mich eine gute Möglichkeit, auch in meinem Heimatland präsent zu werden.

Ich werde zudem einen Showroom haben. Meine Kleider werden allerdings grundsätzlich nur nach Bestellung als Einzelstück auf Maß und mit diversen Individualisierungsoptionen angefertigt. Hintergrund ist der, dass es mir sehr wichtig ist, für jede Kundin ein perfekt auf sie abgestimmtes Lieblingskleid zu kreieren. Ich sehe den Showroom daher eher als “Style Lab”. Bei Interesse können aber gerne vor Ort auch Ausstellungsstücke direkt erworben werden, und wer etwas in Auftrag geben will, kann sich direkt Maß nehmen lassen.”

Model Cheshire Cat, Photo by Myriam Rohrer

Ein persönliches Highlight deiner bisherigen Entwürfe, hast du so was?

“Mein weißes Libellen-Brautkleid! Es war das erste Kleid, bei dem ich versuchte, mit Seilen eine erkennbare figurative Form zu entwickeln. Diese sollte darüber hinaus auch noch angezogen und bei Bewegung funktionieren, ohne sich bis zur Unkenntlichkeit zu verziehen. Das ist mir nach einigem Experimentieren gelungen, und ich bin tatsächlich sehr stolz auf das Ergebnis.”

Wo willst du noch ein “i-Tüpfelchen” draufsetzen, was wird dein nächster Coup?

“Ich erhalte viele Anfragen von Kundinnen in großen Größen und von werdenden Mamas. Allerdings erlebe ich oft, dass die Kundinnen erst einmal nur vorsichtig nachfragen, ob ich überhaupt auch „Plus Size“ und Umstandsmode anbiete. Diese Scheu möchte ich nehmen, indem ich zukünftig ein paar Musterkleider an entsprechenden Models präsentiere. Ich biete Maßanfertigungen, wobei es  selbstverständlich hierbei ist, dass es da grundsätzlich keine Einschränkungen gibt, was Größe oder Körpertyp angeht. Um das ganze etwas greifbarer zu machen, möchte ich eine kleine Kollektion entwerfen, die ich dann auch als Lookbook auf meinen Seiten präsentieren kann.”

Myriam durfte, als Tochter von Musikern, gelegentlich sogar bis spät in die Nacht auf Konzerte und ist mit vielen Tieren aufgewachsen. Vielleicht wäre sie auch Tierärztin geworden oder Biologin, gesteht sie mir. Ihre unglaublichen Roben auf der Avantgardista hätten mir dann aber sehr gefehlt.

Als eine Hybride aus Schildkröte und Jaguar oder eine unsterbliche Medusa-Gattung – so würde die Modeschöpferin gern bei einer möglichen Widergeburt auf die Erde zurückkehren. Jedoch drehen sich ihre Gedanken gerade um ein ganz großes Ereignis neben der Fashionshow: Myriam wird bald zum ersten mal Mama.

Vielen Dank und alles Gute für diese aufregende Zeit!

Bis ganz bald
Julia

Model Cheshire Cat in “scorpion dress” , Photo by Myriam Rohrer

Anyone who has once admired the designs of “ROHMY Ropework Couture” on international catwalks cannot avoid the association with Greek goddesses, who seem to have been transported to the present day. Myriam Rohrer uses her expertise in textile technology and combines the flowing garments with the high art of the “Shibari”.

So far, Myriam is very popular and well-known not only in the USA, but also in Singapore, for example. There she had great success with her collection “Sirens” at the “Elite Model Contest” in 2012. One could also marvel at a dress in shimmering sapphire green in British Vogue.

The trained ladies’ tailor grew up and studied fashion design in a village with 300 inhabitants near Karlsruhe. Also because she probably comes from an artistic family, she seems to have been born with a creative streak. I like Myriam’s down-to-earth attitude to life: before her career as a fashion designer, for example, she worked as a waitress to become a henna tattoo artist in order to “Smash through” with jobs, as she tells me. “Everybody says it can’t be done. Then someone came who didn’t know that and just did it,” is their motto in life.

Myriam, your designs are a “wow,” I must confess. Your dress is the eye-catcher on this year’s Avantgardista flyer. Where does your inspiration come from?

Myriam: “That the lavishly draped robes have an influence on the antique, Greek or Roman statues is certainly obvious in some of my designs. The cords don’t leave much open – at least not for people who have already dealt with bondage or shibari in a more or less distant sense.

Model Mrs. Gravedigger, Photo by Myriam Rohrer

My “Signature Style” was aptly described by a magazine as “Ropework Couture”. My clothes are the fusion of draped or classically cut dresses in connection with braided ribbons – by this my style can be recognized immediately. Apart from that, I am of course constantly developing the designs as well as the processing techniques. I am currently experimenting with new materials. So there will certainly be something new to see next to the previous collection, especially with regard to textures.

Personally, I set great store by two things: I have to find it aesthetically pleasing and it has to be functional, i.e. comfortable and comfortable. For me, it was out of the question to put appearance above wearing comfort. This may now contradict itself with regard to the bondage or Shibari aspect in the designs. However, the aesthetics of my clothes are always in the foreground, and not fixation”.

What occasions are your creations worn for?

“Most people have their clothes made for their wedding, or for special events. So I have had musicians who have worn my clothes as stage outfits. Customers also performed the dresses at the “Red Carpet” or the “Burning Man Festival”. Of course, it also depends on the respective collection, which is why I also offer robes in rather classical silhouette, ranging from rather plain dresses, which can be worn in everyday life or in a club, to very modern and extravagant pieces”.

This is your first show on the Avantgardista. We are happy about it!

“I’m really looking forward to it, too. The decision was easy for me, because I really like the concept of the organizer. So far, I have been internationally successful. I sell mainly in the USA, Canada and various European countries, but also in Asia, Russia and even Saudi Arabia. Events like the Avantgardista are a good opportunity for me to be present in my home country.

I will also have a showroom. However, my clothes are only made to measure and with various individualisation options after order. The background is that it is very important to me to create a favourite dress for every customer. I therefore see the showroom more as a “style lab”. If interested, however, exhibits can also be purchased directly on site, and anyone wishing to commission something can have it measured directly”.

A personal highlight of your previous designs, do you have such a thing?

“My white dragonfly bridal robe! It was the first dress in which I tried to develop a recognizable figurative form with ropes. It should also be tightened and work during movement without warping beyond recognition. After some experimentation I succeeded in doing so and I am actually very proud of the result.”

Where do you want to add an “icing on the cake”, what will be your next coup?

“I’m getting a lot of inquiries from customers of all sizes and expectant moms. However, I often experience that customers only ask carefully whether I also offer “Plus Size” and maternity wear at all. I would like to take this shyness away by presenting a few sample dresses on corresponding models in the future. I offer made-to-measure products, although it goes without saying that there are no restrictions in terms of size or body type. In order to make the whole thing a bit more tangible, I would like to design a small collection, which I can present then also as Lookbook on my sides”.

Myriam, as the daughter of musicians, was occasionally even allowed to go to concerts late into the night and grew up with many animals. Maybe she would have become a vet or a biologist, she confesses. But I would have missed her unbelievable robes on the Avantgardista.

As a hybrid of turtle and jaguar or an immortal medusa species, the fashion designer would like to return to earth in the event of a possible rebirth. But her thoughts revolve around a very big event next to the fashion show: Myriam soon becomes a mom for the first time.

Thank you very much and all the best for this exciting time!

See you soon
Julia

 







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